Osariya
Frauen der singhalesischen Ethnie, der Mehrheitsbevölkerung in Sri Lanka, tragen ihre Saris auf eine besondere Weise, die sie von tamilischen und muslimischen Gruppen unterscheidet. Obwohl dies für Sri Lanker allgemein bekannt ist, erfordert das Erkennen der Unterschiede ein geschultes Auge.
Dieser besondere Sari wird auf Singhalesisch „Osariya“ oder auf Englisch „Kandyan“ genannt, da dieser Stil aus Kandy stammt, einer traditionell konservativen Stadt im zentralen Hochland.
Das markanteste Merkmal des Kandyan-Saris ist die Rüsche im Taillenbereich. Im häufiger getragenen Nivi-Stil wird das lose Ende des Saris (oder Pallu) über den Körper gelegt und bedeckt die Taille.
Darüber hinaus ist es üblich, dass die Bluse, die zum Kandyan-Sari getragen wird, aufwendigere, gepuffte Ärmel hat.
Singhalesische Frauen tragen den Kandyan-Sari normalerweise nur zu formellen Anlässen wie Hochzeiten oder patriotischen und religiösen Festlichkeiten. Frauen in bestimmten traditionellen Berufen, wie Lehrerinnen, sowie in öffentlichen Rollen, etwa als Nachrichtensprecherinnen, können ihn jedoch auch bei der Arbeit tragen, während der Nivi-Stil im Alltag verwendet wird. Tamilische und muslimische Frauen unterscheiden sich durch andere Merkmale, beispielsweise durch das Tragen eines Kopftuchs oder eines Pottu (Bindi), doch ihr Sari wird immer im Nivi-Stil getragen.
Da der Kandyan-Sari ausschließlich von singhalesischen Frauen getragen wird, dient er als starkes sichtbares Symbol ihrer kulturellen Identität.